12 Mai: Internationaler Tag der Pflege

12 Mai: Internationaler Tag der Pflege

(11.5.2018) Krankenhaus im Wandel. Mit immer pfiffigeren, technischen Innovationen verändert sich die Betreuung von kranken Menschen in den Kliniken. Am internationalen „Tag der Pflege“ rücken jedes Jahr am 12. Mai, dem Geburtstag von Florence Nightingale, die Gesundheits- und Kranken- sowie Altenpflegerinnen und –pfleger in den Mittelpunkt, um ihre Leistungen rund um die Wiederherstellung und Bewahrung unserer Gesundheit zu würdigen.

Florence Nightingale (1820-1910) wurde insbesondere wegen ihres Einsatzes während des Krimkriegs weit über die Grenzen Großbritanniens verehrt,  weil sie die von ihr betreuten Kranken im Lazarett – nachts mit einer Petroleumlampe in der Hand – besuchte, sich rund um die Uhr kümmerte. Bis zur Selbstaufgabe.

Seitdem hat sich die Pflege verändert. Und der Wandel schreitet weiter voran. Angesichts der demografischen Entwicklung sowie der Notwendigkeit, mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, können Digitalisierung sowie Robotertechnik auf den Stationen und in den Operationsräumen helfen, die Pflegenden zu unterstützen, die Belastungen des Berufs im Alltag zu reduzieren und insgesamt den Job attraktiver zu machen. Das Setzen auf Künstliche Intelligenz bietet Chancen – wenn die Maschinen zum Nutzen aller eingesetzt und sich die Pflegenden auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können: Kranken mit Fürsorge und Zuspruch zu helfen, wieder gesund zu werden.

Doch wie wird der Arbeitsalltag von Florence Nightingales Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel zum Beispiel im Marienkrankenhaus aussehen? Wie steht es um die Pflege in der Zukunft? Ein fiktiver Zeitsprung. Schwerte 2030.

Neue, medizinische Geräte bestimmen den Alltag auf den Stationen und in den Operationsräumen. Computergestützte, internetbasierte und intelligente, robotische Systeme haben sich durchgesetzt. Die Krankenzimmer und die Betten sind mit Sensoren ausgestattet, um Stürze zu erkennen, den Schlaf zu überwachen, Vitalparameter zu prüfen oder Notsituationen zu erkennen. Sämtliche Daten werden erfasst, gespeichert und stehen den Ärzten und Pflegekräften auf ihren Tabletts und Smartphones in Echtzeit zur Verfügung. Patientenakten in Papierform gibt es schon lange nicht mehr, dokumentiert wird ausschließlich elektronisch.

Die Kommunikation läuft vernetzt.  Auf die gesammelten Daten greifen auch der Hausarzt, die  Kranken- und Pflegekassen zu. Mit dem Vorteil, dass notwendige Hilfe- und Unterstützungsleistungen über den Klinikaufenthalt hinaus sofort organisiert werden können. Bei diskussionswürdigen Entscheidungen finden spontan Videokonferenzen statt, um interdisziplinär und berufsgruppenübergreifend mögliche Therapien abzustimmen.

„Pflege 4.0“ hat Einzug gehalten. Pflege- und Serviceroboter helfen, die Pflegekräfte körperlich wie psychisch zu entlasten. Die Maschinen stoßen auf keine Ablehnung, weil die Helfer den Patienten bereits aus dem häuslichen Umfeld bekannt sind. „Sie sprechen, reagieren auf die Umwelt, helfen und begleiten unsere Klinikgäste“, erklärt Jens Honert, seit 2017 Pflegedienstleiter des Marienkrankenhaus Schwerte.

Zwar könnten die neurotechnologischen Helfer noch keine Patienten waschen, „so weit ist die Entwicklung noch nicht“. Roboter RIBA ist aber dank hochpräziser, taktiler Sensoren an Armen und Beinen in der Lage, Patienten sicher aus einem Bett zu heben und in einen Rollstuhl zu setzen. Oder umgekehrt. Darüber hinaus stehen selbstfahrende Lifter bereit, die die Patienten heben und zum Beispiel behutsam in die Badewanne senken.  „2018 mussten Pflegekräfte noch im Schnitt am Tag 40 Patienten mit Muskelkraft heben. Jetzt verfügen wir über technische Unterstützung, die direkt am Patienten eingesetzt werden kann“, blickt Honert zurück.

Serviceroboter Casero 4  ist ein teilautonomer Pflegewagen, der das Personal  unterstützt, indem er etwa Pflegeutensilien automatisch bereitstellt. Auf Anforderung fährt der Wagen zum Einsatzort dem Pflegepersonal hinterher von Zimmer zu Zimmer. Das Smartphone dient als Steuerungsgerät, per  Touchscreen folgt zeitnah die Dokumentation des Materialverbrauchs.

Ein anderer Serviceassistent bringt den Patienten auf Wunsch Snacks, Getränke oder Zeitschriften direkt ans Patientenbett. Bezahlt wird automatisch per Chipkarte, über die auch die Verpflegung sowie die Menüauswahl folgt. In anderer Ausführung begleiten andere Assistenten auf Rollen Patienten sturzfrei auf ihren Wegen innerhalb der Klinik oder auf Spaziergängen. „In der Vergangenheit wurden Rollatoren als Hilfsmittel eingesetzt. Die waren längst nicht so sicher“, berichtet der Pflegedienstleiter.

Transcar LTC 2 liefert währenddessen Essen, Sterilgut oder Wäsche zu den jeweiligen Stationen und legt dabei täglich bis zu 28 Kilometer zurück. Der kleine Transporthelfer ist in der Lage, Hindernisse zu erkennen, kurze Sätze wie „Bitte gehen Sie zur Seite“ zu sprechen und Aufzug zu fahren.

Der Star der Technikhelfer ist aber ein sogenannter Zuwendungsroboter, die neueste Errungenschaft der Klinik. „Früher, 2018, haben wir einen echten Therapiehund eingesetzt. Jetzt gibt es Peppi, in mehrfacher Ausführung“, führt Jens Honert aus.

Die Roboter ist weich und flauschig, hat Kulleraugen, ein antibakterielles Fell und misst knapp 60 Zentimeter. Er setzt sich auf Befehl auf den Schoß, reagiert auf Streicheleinheiten. „Das seelische Wohlbefinden besonders unserer Patienten mit Demenz wird durch Peppi stark beeinflusst. Wir sind begeistert und erzielen tolle Therapieerfolge“, so Honert.

Doch trotz aller technischen Erneuerungen, die im Marienkrankenhaus Einzug gehalten haben. Im Zentrum steht weiter der Patient.  Jens Honert:  „Das Kümmern, die Empathie, das Sorgen, das Motivieren und die fachlich qualifizierte Pflege bleibt im Krankenhaus menschliches Kerngeschäft.“ Insofern schließt sich der Kreis.  Nicht bei der Petroleumlampe. Sondern bei Florence Nightingale.

2018-07-26T13:39:41+02:00
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