Schmerzen lindern in der Tagesklinik

(30.10.2018) Volkskrankheit chronische Schmerzen: Für fünf bis acht Millionen Menschen sind Beschwerden an den unterschiedlichsten Stellen des Körpers im Alltag ein ständiger Begleiter.

„Die Patienten erleben eine Tortur. Jahrelang. Die Lebensqualität bei den Betroffenen ist extrem eingeschränkt, die Verzweiflung groß“, fasst Dr. Matthias Heintz, Leiter des Zentrums für Multimodale Schmerztherapie, unzählige, in seinem Arztzimmer geführte Gespräche zusammen.

Um zu helfen, setzt der erfahrene Schmerzmediziner im Marienkrankenhaus Schwerte in der Schützenstraße auf eine umfassende Anamnese. „Erst wird viel geredet, dann per interdisziplinärer Diagnostik das unklare Schmerzbild deutlicher gemacht. Darauf aufbauend entwickeln wir als Team, das aus Medizinern, Schmerz-Psychotherapeuten, speziell ausgebildeten Schmerzschwestern und Physiotherapeuten besteht, einen individuell abgestimmten Therapieplan.“

Zahlreiche Patienten werden zur Behandlung stationär in der Klinik für drei Wochen aufgenommen. Das Angebot ist nicht für jeden passend. „Mit unserer Schmerz-Tagesklinik bieten wir ab Mitte November eine spezielle Form einer Schmerzklinik an, von denen es in Deutschland nur ganz wenige gibt“, berichtet Dr. Matthias Heintz nicht ohne Stolz. Die Schmerz-Tagesklinik sei ein Bindeglied zwischen Schmerzambulanz und Schmerzklinik und richte sich an Schmerzpatienten, die mobil seien und in räumlicher Nähe zur Tagesklinik wohnen würden.

„Die Besonderheit besteht darin, dass die Patienten sich tagsüber – zwischen 8.30 und 16.00 Uhr – zur Behandlung in der Klinik aufhalten, abends aber in das häusliche Umfeld zurückkehren“, so Dr. Heintz. Die Behandlung erfolge über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen, überwiegend in festen Gruppen mit sechs bis acht Patienten. Dr. Heintz: „Ein Vorteil der Behandlung besteht darin, dass der Bezug zum persönlichen Alltag bestehen bleibt. Auf diese Weise können hilfreiche Schmerz-Bewältigungsstrategien einfacher in den Alltag integriert und die Therapie – bestehend aus medizinischen, bewegungstherapeutischen und schmerz-psychotherapeutischen Bausteinen – an die Erfordernissen des persönlichen Umfelds der Patienten  schneller angepasst werden.