Lymphknoten magnetisiert

(16.10.2018) Bei der Behandlung von Krebs im Frühstadium baut das Brustzentrum im Marienkrankenhaus Schwerte auf ein ganz neues, schonendes Verfahren: Per Sonde werden Wächterlymphknoten in Zukunft magnetisch lokalisiert.

 

„Das ist ein kleiner Meilenstein. Denn ab sofort können wir auf die Identifizierung per radioaktivem Marker verzichten“, erklärt Dr. Anna E. Balwanz, Leitende Ärztin des Zentrums.

Bei Brustkrebserkrankungen werden per Biopsie jene Lymphknoten gesucht, die das größte Potenzial für das Vorhandensein von Metastasen aufweisen. „Dies ist notwendig, um den Status der Krebserkrankung zu bestimmen und darauf aufbauend fundierte operative und therapeutische Entscheidungen zu treffen“, erläutert Dr. Balwanz.

Bislang seien bei der Standard-Biopsie Radioisotope, radioaktives Material, zur Lokalisierung der Lymphknoten verwendet worden. Mit der Folge, dass die Patienten vorübergehend eine leichte Verstrahlung mit sich tragen. „Deshalb sind wir froh, nun eine viel schonendere Untersuchungsmethode anbieten zu können.“  Dazu wird den Betroffenen magnetisches Material injiziert, das Magnetfeld per Sonde abgegriffen und somit die Stelle des Lymphknotens gefunden. „Der Wächterlymphknoten wird schwarz-braun eingefärbt und ist somit visuell deutlicher zu erkennen. Auch ermöglicht das moderne Verfahren viel flexibler zu sein. Teilweise können wir bis zu 20 Minuten nach der Injektion bereits Lymphknoten entfernen“, führt die Krebsexpertin aus, dass dies die OP-Vorbereitung für die Patienten deutlich entspannen würde.