Behandlungskonzept

Behandlungskonzept in der Geriatrie

Ein zentraler Aspekt, durch den sich Geriatrie von anderen medizinischen Disziplinen unterscheidet, ist die organüberschreitende, ganzheitliche Sichtweise. Wir stellen uns damit dem Problem, dass oft nicht eine einzelne Organerkrankung, sondern eine ganze Fülle an Gesundheitsproblemen im Alter bestehen. Diese sind zumeist chronisch und damit nicht mehr grundlegend heilbar. Der klassische Weg von der Diagnose bis zur Genesung stößt hier an seine Grenzen – der Geriater ist Experte im Umgang mit dieser Problematik.

Was in der Altersmedizin zählt, ist der teamgeprägte Ansatz. Nur gemeinsam schaffen wir es, für unsere Patienten passende Behandlungsstrategien zu entwickeln. Das gilt sowohl in¬nerhalb der geriatrischen Klinik an der Schüt¬zenstraße als auch in der Kooperation mit den weiteren Fachabteilungen des Marienkrankenhauses Schwerte, beispielhaft innerhalb des Zentrums für Alterstraumatologie. Wir arbeiten immer Hand in Hand mit dem Patienten und mit seinen Angehörigen.

Bei plötzlich auftretenden typischen Gesundheitsstörungen im Alter (z.B. akute Verwirrtheit, Stürze sowie akute Schmerzen mit Mobilitätsverlust) werden Sie in der Geriatrie rund um die Uhr aufgenommen. Bei Bedarf erfolgt eine konsiliarische Vorstellung in einer speziellen Fachabteilung.

Die meisten Patienten werden allerdings von anderen Abteilungen und Kliniken zur geriatrischen Frührehabilitation übernommen bzw. nach Termin in die geriatrische Tagesklinik aufgenommen. Hier stehen Aktivierung und Wiederheranführen an die eigenen Fähigkeiten im Vordergrund der Behandlung. Das multiprofessionelle therapeutische Team hat dabei immer die optimal erreichbare Mobilität und Selbstständigkeit unserer Patienten als Ziel vor Augen. Sozialarbeiterinnen sowie Pflegeberleitung koordinieren die Entlassung. Bei Bedarf erleichtern Pflegeschulungen von Angehörigen mit Beratungen und Hausbesuchen durch ausgebildete Pflegetrainerinnen den Übergang zurück in die Häuslichkeit.

Unterstützt wird das „Kernteam“ der Geriatrie von der Wundexpertin ICW e.V., der Krankenhausseelsorge sowie von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern (Grüne Damen). Externe Kooperationspartner stehen uns bei der täglichen Arbeit am Patienten zur Seite.

Als Mitglied des Bundesverbandes Geriatrie e.V. wurde unser Behandlungskonzept nach strengen Vorgaben zertifiziert.

Welche Patienten werden in die Geriatrie aufgenommen?

Wir behandeln:

Patienten mit Erkrankungen des Zentralnervensystems wie Folgen von Schlaganfall oder Hirnblutung, Demenz, Parkinsonsyndrom, Delir im Alter.

Patienten mit Schluckstörungen bei den unterschiedlichsten Erkrankungen des Alters im Rahmen des Zentrums für Dysphagie.

Patienten nach unfallchirurgischen und orthopädischen Eingriffen z. B. nach Schenkelhalsfrakturen im Rahmen des Zentrums Alterstraumatologie.

Patienten mit schweren Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Rheuma, Osteoporose.

Patienten mit Erkrankungen des Herzens und der Lunge mit Verlust von Ausdauer und Belastbarkeit .

Patienten mit Spätfolgen einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes mellitus und arteriellen Verschlusskrankheiten.