Minimal Invasive Chirurgie

Die minimalinvasive Chirurgie ist ein Schwerpunkt des Fachbereichs. Mit Verfahren, die über den üblichen Standard hinausgehen: mit den neuesten, hoch auflösenden Videosystemen bis hin zum Einsatz von 3-D-Technik. Hierbei werden die Organe dreidimensional abgebildet, ein präzises, Gewebe schonendes Operieren ist möglich.

Die Ärzte wenden alle gängigen Verfahren der Viszeralchirurgie an; auch Multiviszeralresektionen – Entfernung mehrerer Organkomplexe – können vorgenommen werden. Hierbei wird häufig die Zusammenarbeit mit Spezialisten anderer Fachabteilungen, zum Beispiel den Gynäkologen um Chefarzt Dr. Hartmann, gepflegt.

Bei einem Großteil der Operationen am Verdauungstrakt verfolgen die Experten des Fachbereichs die Strategie der „fast track“ Chirurgie. „Fast track“ bedeutet „schnelle Fahrbahn“ oder „Überholspur“. Kleine Schnitte, Operieren durchs „Schlüsselloch“, geringerer Narkosemitteleinsatz, kleine Wunden/Narben – die Patienten erholen sich nach der Operation schneller als nach herkömmlichen Eingriffen.

Minimal invasive Onkologische Chirurgie

Die onkologische Chirurgie beinhaltet die Therapie von Tumoren des Brustraumes, des Verdauungstraktes, der endokrinen Organe sowie der Weichteile. Das Behandlungsspektrum umfasst die Lungenchirurgie, die Speiseröhren- und Magenchirurgie, die Leber- und Gallengangschirurgie, Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse und die moderne Dick- und Enddarmchirurgie. Hierbei werden so oft wie möglich die minimal invasiven Zugänge benutzt, um die schnelle Erholung und geringere Schmerzbelastung zu ermöglichen.

Sodbrennen

Magensäurerückfluss in die Speiseröhre (Refluxösophagitis) entsteht in der Regel bei Zwerchfellbrüchen (Hiatushernien). Hierdurch ist der Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen gestört, sodass die im Magen produzierte Säure ungehindert in die Speiseröhre gelangt und hier zu den typischen, brennenden Schmerzen führen kann.
Medikamente bremsen die Magensäureproduktion, müssen aber unter Umständen dann ein Leben lang eingenommen werden.
Eine laparoskopische Operation hingegen kann dauerhaft Linderung verschaffen; oft sind dann Medikamente entbehrlich.

Minimal invasive, laparoskopische Darmchirurgie

Bei einem großen Teil der Dickdarmoperationen gut- und bösartiger Tumore aber auch bei entzündlichen Darmerkrankungen ist eine offene OP mit großem Bauchschnitt nicht notwendig und kann minimal invasiv durchgeführt werden. Je nach Krebsstadium ist eine Bestrahlung oder Chemotherapie vor oder nach der OP sinnvoll und verbessert die Heilungschance.

In enger Zusammenarbeit zwischen Viszeralchirurgen und internistischen Gastroenterologen mit den Onkologen, Pathologen und Strahlentherapeuten werden fachgerechte Behandlungskonzepte erstellt und umgesetzt. Hier ist besonders die Tumorkonferenz am Marienkrankenhaus mit Meinungsaustausch der Experten etabliert und hilfreich. Die dort erarbeiteten individuellen Therapievorschläge werden den Patienten besprochen und angeboten.

Laparoskopische Cholecystektomie

Gallensteine entstehen meistens in der Gallenblase, diese  können aber auch in die Gallengänge wandern und zu erheblichen Problemen führen. Entfernt wird die Galleblase in laparoskopischer Technik. Dank unserer neuen 3D-Videoeinheit gelingt dies regelhaft auch bei voroperierten Patienten. Hierbei werden Mikrozugänge benutzt und die kleinen Schnitte so angelegt, dass kaum sichtbare Narben zurück bleiben. Die Schmerzen nach der OP sind gering, die Patienten erholen sich sehr rasch und können häufig am zweiten Tag nach der OP wieder nach Hause entlassen werden.

Endoskopische endokrine Chirurgie

Nebennieren- und Schilddrüsenoperationen sind mit Kameraunterstützung minimal-invasiv möglich. Auch hier wird Dank der 3-D-Technik ein sicheres operieren möglich.  An der Nebenniere kommt besonders der Zugang vom Rücken aus endoskopisch zum Einsatz. Die Wunden sind klein, der Schmerzmittelbedarf kann hierdurch gesenkt werden. Eingriffe an der Schilddrüse sind notwendig, wenn Erkrankungen wie Zysten, Adenome, eine Überfunktion (Morbus Basedow) oder eine ungewöhnliche Größenzunahme des Organs Beschwerden verursachen. Oft muss auch ein Teil des Organs entfernt und feingeweblich untersucht werden. Die Unterscheidung in kalte und warme Knoten hat bei der OP Planung große Relevanz. Die Voruntersuchungen ( Sonografie der Schilddrüse, Szintigrafie und Laboruntersuchungen) sind sehr wichtig und müssen exakt geführt werden. Eine Verletzung des Stimmbandnerven mit nachfolgender Heiserkeit ist durch den Einsatz einer speziellen elektronischen Nervenüberwachungseinheit (Neuromonitoring) und Arbeiten mit einer vergrößernden Lupenbrille (Mikrochirurgie) sehr selten. Die Operation ist durch dieses Vorgehen sehr sicher.

Endoskopische Schilddrüsenoperation:  ABBA – Axillo Bilateral Breast Approach

Bei Frauen kann mittels der 3D  Kamera über einen Zugang durch die Achselhaut die Schilddrüsen OP endoskopisch vorgenommen werden. Dabei entstehen am Hals keine Narben, das kosmetische Ergebnis ist hervorragend. Der Eingriff ist hochspezialisiert und wir in Deutschland nur an wenigen Zentren durchgeführt. Wir verfügen über großen Erfahrung in dieser Technik. Durch den Einsatz der räumlichen 3-D-Technik und des endoskopischen Neuromonitorings ist diese anspruchsvolle OP sehr sicher.

Chirurgie der Bauchwandbrüche – Leistenbrüche

Der Leistenbruch zählt zu den häufigsten chirurgischen Erkrankungen, dabei sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Standardverfahren ist die Versorgung des Leistenbruches in Minimal invasiver Technik. Über kleinste Schnittzugänge in der Bauchdecke wird  ein leichtgewichtiges, medizinisches Kunststoffnetz in die Bauchdecke eingesetzt, die sogenannte TEPP Methode. Eine frühzeitige Belastung wird ermöglicht. Dieses Verfahren wird im Marienkrankenhaus ambulant und stationär in großer Zahl angewendet; es ermöglicht eine  schmerzarme Nachbehandlung. In besonderen Fällen wird auf eine Netzverstärkung der Leistenregion verzichtet, dies wird entsprechend im Aufklärungsgespräch erörtert. Narbenbrüche treten nach großen Bauchoperationen auf und können häufig erfolgreich und sicher endoskopisch minimal invasiv durch Verstärkung der Bauchwand durch ein beschichtetes leichtgewichtiges Netz behandelt werden. Riesige Narbenbrüche bedingen oft eine komplexe Rekonstruktion der Bauchdecke und werden von uns sicher mit Netzverstärkung versorgt.

Minimal invasive Thoraxchirurgie

Erkrankungen des Rippfells und der Lunge können in den meisten Fällen ebenfalls durch endoskopische Operationen behandelt werden. In Zusammenarbeit mit unseren Pneumologen, Onkologen und häufig dem Brustzentrum werden interdisziplinäre Behandlungskonzepte erstellt. Auch hier kommt regelhaft die 3-D-Technik zum Einsatz.